Tagesordnung

Warum Wählergemeinschaft?

Kein Durchregieren von oben nach unten. Die LWG geht Lösungen nur nach dem Machbaren, Notwendigen und Sinnvollen an. Parteilinien und bürgerferne Vorgaben aus Parteitagen gibt es bei uns nicht.

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Das ist eine Textüberschrift, die uns freuen sollte. Zusammenarbeit zwischen benachbarten Vereinen –besonders im wirtschaftlichen Bereich- ist immer etwas Wertvolles. Die Hintergründe dieser Zsuammenarbeit allerdings geben wenig Anlass zur Freude. Sie kam zu Stande nach dem völlig unsinnigen „Rausschmiss“ der Touristikvereine Kappeln und Gelting aus der Gesellschaft der Ostseefjord-Schlei GmbH. Hier, in der OFS, wo die Zusammenarbeit aller Träger der touristischen Wirtschaft in unserer Region organisiert werden sollte, wurden zwei elementare Säulen (sog. Leuchttürme der Region) des Feldes verwiesen. Kann die OFS-Gesellschaft sich das leisten?

Dieses Beispiel eines durch wie auch immer motivierte Mehrheitspolitik geprägten und vollzogenen Eingriffs in wirtschaftliche Abläufe zeigt aber andererseits die Stärke der ehrenamtlichen und gut organisierten „Verdrängten“. Die betroffenen und geschädigten Vereine ließen ihre vielen Mitglieder nicht im (sicherlich erwarteten) Chaos zurück und allein, sondern handelten clever und blitzschnell. Sie vereinbarten in einem natürlich gewachsenen Tourismusraum eine professionelle Zusammenarbeit und sorgten im Interesse der örtlichen Wirtschaften dafür, dass keine Unterbrechungen im touristischen Angebot auftraten. Das hat großen Respekt verdient, zumal in Kappeln dem Verein als hier weitaus größtem Unterkunftsanbieter jegliche finanzielle und organisatorische Unterstützung durch die Stadt politisch verwehrt wurde! Der OFS hingehen wurde die Alleinzuständigkeit für den Kappelner Tourismus zugeordnet. Die Ausgestaltung der Verträge schließt eine wirksame Mitwirkung der Stadt aus, bis hin zum alleinigen Hausrecht für die Touristinformation der Mühle „Amanda“. Dies jedoch ist nicht durch den Umfang des Leistungsangebotes gerechtfertigt, es sei denn, dass Verein und OFS zu einer vernünftig abgestimmten Zusammenarbeit kommen. Da ruhen unsere Hoffnungen auf den Vermittlungsgesprächen der IHK, und Politik und Verwaltung sollten sich jetzt heraushalten. Die bestehenden schlechten Rahmenbedingungen (Ausspruch: Das ist Beschlusslage!) können und dürfen nicht Ausgangsbasis für eine künftige Zusammenarbeit sein, auch nicht die (verzweifelten?) Abwerbeversuche der OFS. Piraten haben sich in der Politik eingenistet, in der Wirtschaft sollten sie nichts zu suchen haben.

Die touristische Wirtschaft sehnt den Zeitpunkt herbei, da ALLE touristischen Angebote (Marketing, Unterkunftsvermittlung, Gästebetreuung) in unserer Mühle aus einer Hand von gleichberechtigten Partnern vorgehalten werden. Die Politik sollte sich um die stetige Verbesserung der touristischen Infrastruktur (Angebote für Familien, Strandgestaltung, Stadtbild, Tagestourismus) kümmern und sich nicht in wirtschaftsorganisatorische Abläufe einmischen.

 

Kappeln, 15. 5. 12

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Ein kluger Mann, der so denkt und schreibt. Das sollte auch in den Köpfen der Europa-Bürokraten Eingang finden!

Kappeln, 13. 5. 12

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Frage an die FDP: Warum sind Sie so vehement gegen den Merkel-Vorschlag?

Offensichtlich scheint der FDP im Zusammenhang vergangener und künftiger Wahlen Einiges nicht klar geworden zu sein: Der heutige Liberalismus darf eine soziale Komponente nicht ausklammern. Sonst ist die Qualifizierung mit "Neoliberalismus" gerechtfertigt. Was ist denn so schlecht am Merkel-Vorschlag, ein Mindestlohngesetz für Arbeitsbereiche ohne Tarifbindung  zu "erfinden" und für die Lohnfindung eine Kommission einzurichten, in der auch Vertreter der Gewerkschaften und Arbeitgeberverdände entscheidend sind? Diese Kommission spiegelt die Kräfte des Marktes und der sozialen Gesellschaft wider und ermöglicht das freie Aushandeln von Löhnen oberhalb einer sehr niedrigen Mindestgrenze. Soziale Unzufriedenheit wird sich eher zu einer "Wachstumsbremse" entwickeln als ein in nur noch wenigen tariffreien Bereichen ausgehandelter Mindestlohn!  Das hat leider auch der Spitzenkandidat in SH, Kubicki, nicht im Programm! Dabei ist doch auch ein Koalitionsvertrag nicht für die "Ewigkeit" geschlossen, sondern kann -wie jeder Vertrag- im gegensietigen Einvernehmen korrigiert und ergänzt werden.

Kappeln, 3. 5. 12

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Der älteste Beruf der Menschheit

 

Diese Entwicklung ist ausgesprochen erschütternd und peinlich, insbesondere angesichts der finanziellen Ausstattung der gesetzlichen Krankenversicherung (s. o.). Wir dürfen gespannt sein, ob die bedrängte Situation der Hebammen in der Endphase des Landtagswahlkampfes noch zur Sprache kommt.

Kappeln, 23. 4. 12

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Da hat er ausnahmsweise `mal Recht!

... und mit Schrecken denken wir an die unsinnige Plakatiererei zur nächsten Kommunalwahl. Wird es wieder zu  einer Verschandelung der Stadt kommen - wie jetzt zur Landtagswahl? Es ist schon merkwürdig, dass die Parteien immer noch glauben, leere Worthülsen und "tumpige" Sprüche mit Porträtfotos der Kandiaten/innen aus deren Teenie-Zeit würden das Wahlverhalten beeinflussen. Es wäre ein großes Verdienst der Parteien, künftig auf flächendeckende Plakatwerbung zu verzichten und sich allenfalls auf zentrale Werbeflächen an ausgewiesenen Standorten zu beschränken. Dort könnten die Wählerinnen und Wähler die Aussagen der Bewerber auch unmittelbar miteinander vergleichen (oder uninteressiert vorbei gehen).

Kappeln, 20. 4. 12

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Die Entwicklung des Südhafens geht voran

 

 

 

Da hat der Bau- und Planungsausschuss nach den vielen Pleiten mit Port Olpenitz  endlich einmal wieder eine echte Perspektivmaßnahme zu entscheiden, und schon droht deren Behandlung spießbürgerlich und kleinkariert  zu verkümmern. Nur geschlossen gegen die Meinung der CDU-Fraktion konnte dieser Absturz verhindert werden. Die LWG freut sich darüber, dass am Südhafen der stillgelegte und schon entkernte alte Getreidespeicher jetzt zu einem modernen Dienstleistungsbereich umgewandelt werden kann. Die Lösung des Parkplatzproblemes durch Ablösung einer geringen Zahl von öffentlichen Parkplätzen macht dies möglich. Hier geschieht, was in der Vergangenheit vielen anderen Bauvorhaben in der eng bebauten Innenstadt zu Gute kam. Und das wollte die CDU ausgerechnet beim Leuchtturmprojekt "Speicher Südhafen" verhindern! Mit der Umwandlung des ehemaligen Getreidespeichers in eine großzügige, moderne Hotel- und Restaurationsanlage wird das große Hafengelände unserer Stadt im Süden sein tristes Bild verlieren und für unsere Gäste einen attraktiven Anlaufpunkt bilden. Wir werden auch erleben, dass die Ausstrahlung auf das Umfeld positiv sein wird. Nicht zuletzt wird sich das Eingangsbild der Stadt insbesondere von der Schwansener Seite her deutlich verbessern. In diesem Zusammenhang wird an die Initiative des Wirtschaftskreises Pro Kappeln erinnert, die sich mit der Gestaltungsverbesserung der Innenstadt und der Stadteingänge befasst und hierfür nicht unerhebliche Mittel bereit stellen will.

Die LWG ist erleichtert, dass die Mehrheitsfraktion CDU sich nicht durchsetzen konnte, so dass das attraktive private Bauvorhaben im Südhafen durch den Investor jetzt realisiert werden kann. Wir hoffen auf einen zügigen und erfolgreichen Bauverlauf!

Kappeln, 3. 4. 12

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Ostseestrände im Norden

Der Strand Kappeln-Weidefeld und die Strände nördlich bis Flensburg sind ein wertvolles und unverzichtbares Kapital für den Fremdenverkehr in diesen Regionen. Die Konkurrenz schläft nicht, das sehen wir an den Beispielen (Anhang) Eckernförde, Kiel und Heiligenhafen. Wie gesagt: Nur Beispiele! Betrachten wir die „harten“ touristischen Angebote für das ausgesuchte Tourismusklientel: Best ager, anspruchsvolle Genießer und Familien mit Kindern und konzentrieren uns auf Familien mit Kindern. Hier hinkt das Angebot in Kappeln weit hinter den in den glänzenden Broschüren versprochenen Angeboten zurück. Dieses Defizit wird im Wesentlichen durch den Weidefelder Strand ausgeglichen. Das ist auch gut so, nur reicht es nicht für alle Urlaubstage und -wünsche einer Familie.

Unser Weidefelder Strand bietet „Natur pur“ und eine ausgezeichnete Gastronomie sowie ein funktionierendes Management. Und doch sollten geeignete Maßnahmen überlegt werden, das Strandgelände und –umfeld „aufzuhübschen“ und großzügige Angebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Das allerdings sollte in engen Grenzen geschehen, so dass das „Naturerlebnis Weidefelder Strand“ nicht gestört wird. Also: Keine Promenade, keine Seebrücke, keine Kioske, keine Disco. Statt dessen: Naturgerechte Gestaltung des Parkplatzes, beleuchtete, sichere und attraktiv gestaltete Strandübergänge, Abenteuerspielplatz für die Kinder, Strandduschen. Das alles riecht nach Kosten, die die Stadt als Eigentümerin des Strandes allein nicht aufbringen kann. Aber hierfür gibt es aus verschiedenen Förderprogrammen Geld, und ein verbleibender Eigenanteil von wahrscheinlich 50 v. H. wäre sinnvoll und nachhaltig wirtschaftsfördernd angelegt. Mit dem Pächter des Strandes wäre sicherlich eine Verständigung erzielbar, wie überhaupt zu erwarten wäre, dass von ihm sinnvolle Vorschläge und Beteiligungen eingebracht würden. Mag eine Zurückhaltung in der kommunalpolitischen Betrachtung unseres Stadtstrandes ihre Ursache in dem ehemaligen Großprojekt „Port Olpenitz“ haben, so ist diese Gedankenbremse mit der für die Stadtpolitik peinlichen Pleite der GmbH vom Tisch. Jetzt gilt es, die perspektivischen Chancen auf den etablierten Badestrand zu konzentrieren. Wie gesagt: Die Konkurrenz schläft nicht, und kurz über lang werden wegen Rückständigkeit und mangelndem Marketing unsere Strände im Norden noch weiter hinter die Badelandschaften im Süden des Landes zurückfallen.

Aber jetzt das:

In ihrem Bilanzbericht 2011 wird die Geschäftsführerin der Ostseefjord Schlei GmbH (OFS), Anke Lüneburg, in der SHZ wie folgt zitiert:

„Wir bieten einen breit sortierten Blumenstrauß, bei dem auch Kultur und Geschichte eine Rolle spielen“. Strände würde man gar nicht erst bewerben, zumal die Badestellen an der Schlei zwar idyllisch, aber eher überschaubar sind.

Dazu muss man wissen, dass die OFS von der Stadt Kappeln den Auftrag erhalten hat, die Stadt touristisch zu vermarkten. Dafür erhält sie jährlich ca. 30.000 €. Der Verzicht auf die Werbung für den Weidefelder Ostseestrand mag noch in der Unkenntnis über die Bedeutung für Kappeln (schlimm genug!) begründet sein. Der vergleichende Hinweis auf Badestellen an der Schlei belegt allerdings den eingeschränkten Marketingansatz der OFS. Lokales Marketing nicht für Kappeln, sondern für die Region; denn Kappeln hat an der Schlei keine Badestelle! Im Übrigen steht die Aussage der OFS-Geschäftsführerin im Widerspruch zu ihrem Leistungsangebot auf die Ausschreibung der Marketingleistungen für die Stadt Kappeln. Dort nimmt die Bewerbung des Weidefelder Strandes noch eine herausgehobene Bedeutung ein.

 

Dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus liegt zur Sitzung am 14. 3. 12 der OFS-Jahresbericht 2011 (Controlling gemäß Dienstleistungsvertrag) vor. Es überrascht nicht, dass dieser Bericht an keiner Stelle auf Bemühungen zur Begründung einer Zusammenarbeit mit dem Touristikverein eingeht, obwohl der Dienstleistungsvertrag unter § 2 Buchst. h zur Zusammenarbeit u. a. mit dem Touristikverein Kappeln (TV) verpflichtet. Das ist der wesentliche Grund für den Antrag der LWG, diesen Vertrag vorsorglich zum 31. 12. 12 zu kündigen (Bericht an anderer Stelle). Kooperationsverhandlungen zwischen OFS und TV sollten zügig ausschließlich auf der Grundlage geschäftlicher Interessen und –immer bestätigt- im ehrlichen Bewusstsein gegenseitiger Abhängigkeit geführt werden. Das Ergebnis bzw. Teilergebnisse sollten dann in den neu formulierenden Dienstleistungsvertrag aufgenommen werden, so dass sich eine klare Aufgabenteilung verbindlich darstellt.

 

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Beeindruckend

 

Erfolgreiche Arbeit des Seniorenbeirates

Es ist kein Geheimnis, dass Kappeln eine Stadt mit überdurchschnittlich älterer Wohnbevölkerung ist. In dieser Feststellung liegt nichts Negatives, sondern sie beschreibt eine völlig normale Entwicklung in einer zunehmend zentralgesteuerten und mobilen Gesellschaft. In dieser Entwicklung liegen aber auch viele Chancen, nicht zuletzt unter Betrachtung der wirtschaftlichen Ausstattung der älteren Generation. Viele ehemalige Urlauberinnen und Urlauber wählen im Alter Kappeln als Lebensmittelpunkt, viele Pensionäre und Rentner kehren nach Kappeln zurück, andere werden hier alt. Ein touristisches Angebot Kappelns richtet sich verstärkt an die Senioren („best ager“). Im Dienstleistungsbereich (Medizin, Pflege, Gesundheit, Freizeit) haben sich Plattformen entwickelt, die für die ältere Generation bereit stehen, sich in Kappeln wohl zu fühlen. Besonderes Augenmerk muss auf die wachsende Altersarmut gerichtet werden. Neben den staatlichen Instrumenten bieten hier gesellschaftliche Zusammenschlüsse und Vereine (z. B. „FRANKA“) Möglichkeiten der Fürsorge und Betreuung.

Bei all` diesen Betrachtungen kommt der ehrenamtliche Seniorenbeirat der Stadt Kappeln ins Spiel. Seit vielen Jahren kümmert er sich um die Belange der älteren Generation und der Behinderten. Er hat starke Beteiligungsrechte in den Entscheidungsprozessen der städtischen Gremien erworben und kraftvoll von ihnen Gebrauch gemacht. Mit starker Stimme und viel Engagement trägt er die Interessen vor und mischt sich ein. Viele seiner Ideen, Beschwerden und Anregungen wurden in kommunale Maßnahmen umgesetzt. Letztes Beispiel dieses hervorragenden Engagements ist die Verwirklichung des Vorschlages, dass im Rathaus ein Protokollbuch (Formular) ausgelegt wird, in das alle Bürgerinnen und Bürger Mängel und Anregungen eintragen können. Wir dürfen sicher sein, dass auch diese moderne Form der Bürgerbeteiligung erfolgreich sein wird. Die letzte Wahl zum Beirat mit einer überzeugenden Kandidatenliste hat eine beachtliche Beteiligung gezeigt und ist Bestätigung für sein hohes Ansehen in unserer Stadt.

Die erfolgreiche Mitarbeit des Seniorenbeirates in den städtischen Gremien soll künftig auf eine breitere Ebene gestellt werden. Nicht nur der Vorsitzende oder ein/e Bevollmächtigte/r soll an den Sitzungen beratend teilnehmen dürfen, sondern bei Verhinderung des Vorsitzenden jedes Beiratsmitglied. Wir unterstützen ausdrücklich dieses Verlangen des Seniorenbeirates, da es geeignet ist, künftig mehr Transparenz in das politische Geschehen einzubringen.

Kappeln, 6. 3. 12

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LKN-Genehmigung zur Beseitigung der Sandfangmole in der Kritik

Die gut besuchte Informationsveranstaltung der LWG zu den Themen „Küstenschutz und Weidefelder Strand“ machte deutlich, dass insbesondere wegen der Entfernung der südlichen Sandfangmole am Port Olpenitz nachteilige Veränderungen am Strand und am Küstenschutz in der Molenecke zu erwarten sind. Die anwesenden Experten Dr. Kai Ahrendt, Büro für Umwelt und Küstenschutz, Kiel, und Dr. Peter Fröhle, Uni Rostock (Gutachter für Port Olpenitz GmbH) bemühten sich, die interessierten Besucherinnen und Besucher über die Entwicklung des Strandes nach Beseitigung der Sandfangmole zu informieren. Am Ende wurde allen klar, dass der nördliche Dünenteil des Weidefelder Strandes bis hin zur Hafenmole bei künftigen Oststürmen stark gefährdet ist. Wenn Dr. Fröhle auch ein Zurückweichen der Strandlinie bis zu 40 m für vertretbar hält, so geht er vom heutigen Zustand aus, also nach Entfernung der Mole. Und was heißt vertretbar? Eine Schmälerung des Strandes bringt die Dünen in unmittelbare Abbruchgefahr. Schon heute ist festzustellen, dass starke Abbrüche nach den (nur) zwei Winterstürmen stattgefunden haben. Ohne Wellenbrecher werden künftige Stürme die Dünen letztendlich unwiederbringlich zerstören, auch wenn Herbert Harm vollmundig Ersatz für abgetragenen Strand ankündigte. Dünen kann auch die Port Olpenitz GmbH nicht aus dem Hut zaubern.

Die Beseitigung der südlichen Sandfangmole wurde von der Eigentümerin, der Port Olpenitz GmbH, beantragt und vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) genehmigt. Formal also augenscheinlich alles o. k., aber inhaltlich? Der LKN-Genehmigung lag u. a. das Uni-Gutachten von Dr. Fröhle zugrunde, aber auch die gegenteilige Auffassung von Dr. Ahrendt war dort bekannt, ebenso mit naturschutzbedenklichen Hinweisen dem LLUR, nachdem die Stadt Kappeln offensichtlich sehr verspätet beteiligt worden war. Als besondere Auflage ist ein Monotoring angeordnet, dass jährlich die evtl. Veränderung der Küstenlinie feststellen soll. Nach unseren Informationen hat eine kürzliche Kontrollbegehung des LKN mit der Stadt Kappeln ergeben, dass auf jeden Fall in der Molenecke die festgelegte „Reaktionslinie“ (40 m) bereits erreicht wäre und die Küstenlinie sich im übrigen Bereich angenähert hätte. Also hat auf jeden Fall innerhalb eines Jahres bereits ein erheblicher Sand- und Dünenabtrag (s. Fotos an anderer Stelle) stattgefunden. Das LKN hätte aber befunden, dass Maßnahmen noch nicht erforderlich seien. Wenn wir diesen normalen Ablauf auch für die nächsten fünf Jahre zugrunde legen, dann gäbe es 2016 am Weidefelder Strand keine Dünen mehr!

Interessant ist die Betrachtung der Angelegenheit aus dem Blickwinkel des Bebauungsplanes Nr. 65 „Port Olpenitz“. Im „Landschaftsplanerischen Fachbeitrag zum B-Plan Nr. 65" ist die Strandfläche M 2 nach dem Stand vom 25. 9. 2009 (!) in der Ausdehnung Hafenmole bis südlicher Maschendrahtzaungrenze als „Küstendüne“ ausgewiesen. Das ist der Dünenbereich, der unmittelbar hinter der damals noch vorhandenen Sandfangmole (Wellenbrecher) lag. In der Begründung zum B-Plan Nr. 65 wird ausdrücklich und zwingend festgelegt, dass diese Küstendüne M 2 zu „sichern und zu pflegen“ ist! Hierzu ist das Gebiet landschaftsraumtypisch auszuzäunen, und im Abstand von 75 m sind insgesamt drei Bohlenübergänge einzurichten (wie auf Sylt). Damit wurde die Küstendüne unter den besonderen landschaftspflegerischen Schutz (Betretungsverbot, Erhaltungs-, Sicherungs- und pflegegebot) gestellt. Wie verträgt sich das mit der Genehmigung zur Beseitigung der schützenden Sandfangmole (Wellenbrecher), die erst die Entwicklung dieser gut bepflanzten Dünen ermöglicht hat? Es stellt sich die Frage, welche Interessenlage bei der Genehmigungserteilung Vorrang hatte und ob dem Schutzverlangen für die Küstendüne hinreichend Rechnung getragen wurde.

Wir werden das LKN und das LLUR fragen, ob sie aus heutiger Betrachtung ihre Genehmigung zur Beseitigung der Sandfangmole und damit des schützenden Wellenbrechers für sachlich gerechtfertigt halten. Wir werden fragen, ob sie ihre Genehmigung im Einklang mit den Festsetzungen des B-Planes Nr. 65, an dessen Zustandekommen sie wesentlich beteiligt waren, auch heute noch sehen. Wir werden fragen, welche Bedeutung die Reaktionslinie hat, wenn sie schon heute erreicht ist und eine Überschreitung nach dem gesunden Menschenverstand spätestens nach den nächsten normalen Oststürmen zu erwarten ist. Und wir werden fragen, welche in der Genehmigung angedeuteten Ersatzmaßnahmen dann verlangt werden.

Die Genehmigung zur Beseitigung der Sandfangmole hätte nie erteilt werden dürfen!! Hat diese Genehmigung etwas mit der Erklärung des Ministerpräsidenten zu tun: „Port Olpenitz ist ab sofort Chefsache“?

Interessant waren auch die Informationen über die Entwicklung des Weidefelder Strandes bis nach Schönhagen. Auch diese wird offensichtlich durch den Abtrag der Sandfangmole beeinflusst. Beide Gutachter sagten aus, dass Veränderungen an der Küstenlinie durch Bauten und andere Eingriffe immer Reaktionen durch das anströmende Wasser auslösen würden, u. a. Strömungsmengen und –richtungen der Sedimenttransporte. Dr. Kai Ahrendt betonte, dass sich diese Auswirkungen im nahen Unterwasserbereich entlang der Küste abspielten. Das Augenmerk wäre also entlang der Küstenlinie auf diesen Bereich zu richten. Auch unter dem Aspekt des Küstenschutzes spielt die Entwicklung von Strandflächen, also auch der Weiderfelder Strand, eine besondere Rolle. Küstenschutz dürfe nicht losgelöst von vorgelagerten Stränden gesehen werden. In diesem Zusammenhang wurde auf die Klimaforschung eingegangen, die in diesem Jahrhundert sicher noch einige Überraschungen parat hat.

Die Diskussion machte deutlich, welchen Stellenwert der Weidefelder Strand für die Stadt Kappeln hat. Touristische, wirtschaftliche und landschaftspflegerische Interessen begegnen sich hier und müssen gleichberechtigt neben- und miteinander zum Wohle der Stadt und ihrer Gäste umgesetzt werden. Dies gilt um so mehr, als die Verhältnisse vor Inkrafttreten des Bebauungsplanes Nr. 65 „Port Olpenitz“ intakt waren. Der Weidefelder Strand ist einer der wenigen naturbelassenen Strände an der Ostsee und wird hervorragend durch den derzeitigen Pächter, Theo Kalmar, bewirtschaftet. Auch dieser Gewerbebetrieb hat den gleichen Anspruch auf Förderung und Rücksichtnahme wie das Mammutprojekt in der Nachbarschaft! Der Weidefelder Strand und seine Bewirtschaftung haben in den vergangenen 16 Jahren ihre Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt und dürfen durch nachbarschaftliche Entwicklungen, egal welcher Größenordnung, nicht gefährdet werden! Dafür erhob Theo Kalmar auf der Informationsveranstaltung zu Recht die Stimme. Die Ausführungen von Herrn Herbert Harm in seine Richtung waren wenig hilfreich und vermittelten nicht den Eindruck, dass hier eine gedeihliche Nachbarschaft entstanden ist und sich entwickeln wird.

S. auch nachstehenden Bericht und Fotos "Nach dem Sturm in Weidefeld"

Kappeln, 7. 5. 11

Sachstand am 13. 5. 2011: Das LKN, das Ministerium und Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume wurden angeschrieben. Der o.. a. Sachverhalt wurde dargelegt mit der Erwartung, dass vor weiteren negativen Veränderungen am Weidefelder Strand und der Küstendüne angemessene Verhindergungsmaßnahmen verfügt werden.

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Nach dem Sturm (November/Dezember 2010) in Weidefeld

Den ersten Sturm (NO!) NACH der Beseitigung der südlichen Sandfangmole am Hafen Port Olpenitz/Weidefelder Strand haben wir hinter uns. Die Konturen des Strandes haben sich stark verändert, was nicht anders zu erwarten war. Einen Eindruck vermögen vielleicht die folgenden Fotos vermitteln:

 

und

 

Heute ist das Wasser stark abgelaufen, und der Strand präsentiert sich im nördlichen Bereich zum Hafen hin fast ohne seewärtiges Gefälle. Damit besteht die Gefahr, dass das nächste Hochwasser, vor allem aus SO, wieder bis an den sensiblen Dünenrand brandet. Was die Brandung bewirkt, zeigen die Bilder. Die Uferlinie hier hat sich ebenfalls verändert. Es stellt sich angesichts dieser Eindrücke die Frage, ob diese Einwirkungen MIT der bisherigen Sandfangmole, die immerhin eine Ausdehnung von 200 m parallel zum Strand hatte, zu beobachten gewesen wären. Das für das Frühjahr 2011 verordnete Monitoring durch das Landesamt für Wasserhaushalt und Küsten und die Stadt Kappeln wird mit großem Interesse erwartet.

Kappeln, 3. 12. 10

 

Das war der Zustand des nördlichen Strandes bei Port Olpenitz am 3. Dezember 2010 nach dem Sturm. Und der heutige Zustand? Auf keinen Fall besser, eher schlimmer. Das wurde auch durch Einwohnerberichte auf der Hauptausschusssitzung am 24. 1. 2011 deutlich. Zur Erinnerung: Vor der entsprechenden Küstenlinie ist die parallel verlaufende, 200 m lange Sandfangmole beseitigt worden. Die Bilder nach dem Wintersturm sprechen für sich! Der Wellenschlag konnte ungehindert auf den flachen Strand und gegen die unter Schutz stehende Dünenkante wirken.

Widersprochen werden muss dem Ausschussvorsitzenden H. Trauzettel, der den Sturm als "außerordentlich und direkt aus Ost" bewertete. Es handelte sich um einen ganz üblichen Wintersturm, und er kam aus Nord-Ost- Richtung! Der Hochwasserstand war 110 cm über NN, also auch nicht ungewöhnlich. Ein normaler Sturm gleicher Stärke aus OST oder gar Südost hätte weitaus größere Schäden verursacht. Das lässt sich exakt am Zustand des Hauptstrandes vor dem "Lobster" festmachen. Hier ist die Strandfläche breiter geworden, wenn auch stark verformt.

Und warum sind die Bilder und Kommentare immer noch auf der Homepage? Zum einen stehen die Frühjahrsstürme noch ins Haus, und zum anderen wollen wir sicherstellen, dass die aufschlussreichen Bilddokumente nicht verschwinden, bevor das verordnete "Monotoring" nachvollziehbare Ergebnisse bringt. Hoffentlich ist bis dahin "das Kind nicht in den Brunnen gefallen", und die Schäden sind dann noch reparabel (technisch und finanziell).

Kappeln, 29. 1. 11


Sachstand am 23. 8. 11: Leider wurden die Ergebnisse des im Mai durchgeführten Monotorings nicht zugänglich gemacht. Es bleibt also abzuwarten, ob im kommenden Herbst/Winter weitere Stürme den Strand, den Uferbewuchs und die Dünen beschädigen. Wir werden das im Auge behalten.

 

Sachstand am 23. 10. 2011 : Nach "milden", spätsommerlichen Starkwinden aus Ost und Südost sind weitere Schäden am Weidefelder Strand zu verzeichnen. Die Strandlinie (sog. Reaktionslinie) hat sich ca. 4 m in das Landinnerere unwiederbringlich verschoben. Bei normalem Hochwasser erreichte das Wasser die dortige Dünenabbruchkante, so dass ein Strandbegehen im Sand nicht möglich war. Die Problematik der Insolvenz der Port Olpenitz GmbH als Konzesionsinhaberin für die Beseitigung der Südmole wirft die Frage auf, wer letztlich für die Beschädigungen des Strandes zu Lasten der Natur und des Badetourismus verantwortlich und regulierungspflichtig bleibt. Die Herbst- und Winterstürme werden nicht auf sich warten lassen!

Wir werden das im Auge behalten.

 

Sachstand am 2. März 2012: Auf unsere Anfrage hatte uns der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein u. a. mitgeteilt, dass der Genehmigungsinhaber (Port Olpenitz) einer Weitergabe der Vermessungsergebnisse der sog. Reaktionslinie nicht zugestimmt hätte. Im Jahre 2011 wäre diese Linie aber nicht überschritten worden. Zu den Abbrüchen an den Dünen äußerte sich das Amt nicht, sondern verwies auf den Inhalt der Genehmigung zum Abbruch der Sandfangmole, wo es u. a. heißt, "dass ein Rückgang der Küstenlinie nur bis zu einer Größenordnung von maximal 40 m zulässig ist. Sollten jedoch die Erosionserscheinungen die festgelegte Reaktionslinie überschreiten, ist als Sofortmaßnahme der Einbau von autochthonem Material vorzunehmen. Darüber hinaus sind ebenfalls konstruktuve Maßnahmen zur Strandstabilität möglich". Zur Frage der Rechtsnachfolge wegen der Insolvenz der Port Olpenitz Gmbh ließ sich keine Klärung herbeiführen.

Folgendes Foto des Strandes vom 15. 2. 12 zeigt, dass weitere Erosionen stattgefunden haben. Wir empfehlen eine Augenscheinnahme. Wir haben das Amt am1. 3. 12 angeschrieben und veröffentlichen hier den Wortlaut des Schreibens.

 

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