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31.01.2012

Wild West in Schleswig-Holstein?


Kategorie: General
Erstellt von: Marendt

Spitz angemerkt ...



"Ein Cowboy lehnt lässig am Corralzaun und raucht eine Marlboro. Sie haben Wildpflerde eingefangen und wollen sie "branden". Das Eisen wird am Feuer heiß gemacht, die Pferde werden eingefangen". -Schnitt- Liebe Leserinnen und Leser, wir sind nicht im Kino und nicht im Wilden Westen. Wir erleben aktuelles Pferdezüchterleben in Schleswig-Holstein.

Unsere bodenständige Landesregierung kämpft (!) für das Pferde-Brandzeichen. Fehlt nur noch, dass dieser Kampf zur Chefsache wird. Die veterinäre Wissenschaft wurde ja schon bemüht, um herauszufinden, ob Pferde Schmerz empfinden. Siehe da: Bei Fohlen war das nicht nachweisbar. Na, also, weitermachen! Die letzten politischen Skandale sollten eigentlich den Eindruck hinterlassen haben, dass Politiker inzwischen schmerzempflndlicher sind. Vielleicht sollte man  ...? Nein, lassen wir das. Wir reden ja nur von Pferden! Der Kraft strotzende Züchterverband jedenfalls hält identifizierende Brandzeichen für unerlässlich, und sogar unsere Landwirtschaftsministerin hält ein zustimmendes Gutachten bedeutsam bemüht in die Höhe. Na, also, weitermachen! Die Schlei-Boten-Kommentatorin plappert nach ("Züchter müssen Zeichen setzen") und beschwört die immense Bedeutung der Brandzeichen und vergleicht mit der  beklagenswerten Situation der Mast- und Legehennen. Ist Frau Krause etwa Zuchtpferdehalterin und isst kein Hühnerfleisch und kein Frühstücksei? Der "ungezüchtete" Leser stellt vielleicht die Frage: Kann man einem "Trakehner" nicht ein Beblaubigungsdokument beigeben und bei einer Auktion eine rote Schleife um den Hals binden? Übrigens: Im wilden Western waren es Wildpferde in freier Wildbahn  und keine Kapital intensiven und Gewinn bringenden Zuchtpferde in technisierten Stallungen und Anlagen.

Aber Landesregierung wohlgemerkt: Brandzeichen bringen Wählerstimmen! Doch keine Sorge: Wähler erhalten kein Brandzeichen; denn sie sind schmerzempfindlich und können sich wehren -  und weglaufen.

 

Sie wissen schon: DER PFERDEFLÜSTERER.

 

Und das schreibt die Tierärztin, Frau Bähre, aus Erfde am 1. 2. 12. Sie sollte es wissen!

 

 

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