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12.01.2012

TV Kappeln ausgebremst


Kategorie: General
Erstellt von: Marendt
Touristikverein Kappeln Schlei/Ostsee ausgebremst

Keine Unterstützung und Respektierung  des großen Touristikvereines im Ausschuss

Der Ausschuss für Wirtschaft und Touristik der Stadt Kappeln verweigerte mit den Stimmen aus CDU und SPD dem Touristikverein Kappeln jede künftige Unterstützung. Die genannte Mehrheit der sog. Volksparteien („Politik für alle …“) zog „ihren“ Schlusstrich unter die Querelen zwischen dem Verein und der Ostseefjord Schlei GmbH (OFS). Mit einseitigen und stereotypen Schuldzuweisungen an den Verein werden über 300 Mitglieder mit ihren Unterkunftsangeboten von einer Bewerbung ihrer Quartiere ausgeschlossen. Dabei sollte nur erreicht werden, dass das Gastgeberverzeichnis der Touristikvereine Kappeln und Gelting in der TI Mühle ausgelegt wird. Das wurde mit den Stimmen aus CDU und SPD gegen die Stimmen der LWG und Grünen  verhindert. Auch ein Zuschussantrag für die Vereinsarbeit wurde abgelehnt.

Die Kappelner Touristikwirtschaft wird also zukünftig zweigeteilt sein. TK-Vorsitzender Ingwer Hansen teilte mit, dass die Zusammenarbeit mit dem TK Gelting intensiviert würde. Es wäre entschieden worden, eine eigene Buchungssoftware für das zentrale Buchungssystem anzumieten, so dass in Kürze für den Großteil der Kappelner und Geltinger Unterkünfte jede Buchungsform (on-line, Telefon, persönlicher Kontakt) angeboten werden könnte. Hansen wies auf die anerkannte Qualität und Aussagekraft des gemeinsamen Gastgeberverzeichnisses hin. Er ließ im Weiteren durchblicken, dass auf Seiten der Vereine keine Schritte unternommen würden, die gescheiterten Verhandlungen mit der OFS um einen Kooperationsvertrag wieder aufzunehmen. Sonst hätten  die Vereine der Entscheidung der Gesellschafterversammlung, die Vereine auszuschließen, widersprochen.     Eine erste qualitative Prüfung durch einen Fachanwalt hätte bestätigt, dass die Ausschlussentscheidung nicht im Einklang mit geltendem Gesellschaftsrecht stünde.

Die Ausführungen des Vereinsvorsitzenden Ingwer Hansen waren zugleich die Ankündigung, dass in und für  Kappeln ab sofort zwei touristische Anbieter in Konkurrenz auf dem Markt sind. Zum einen die OFS, die immer noch von erheblichen öffentlichen Zuschussmitteln der Gesellschaftsgemeinden getragen wird und von der Gemeinschaft der Touristikvereine Kappeln und Gelting. Das erinnert an die fatale Situation von zwei Wirtschaftsvereinen in unserer Kleinstadt. „In Konkurrenz“ wird u. a. bedeuten: Die OFS ist wirtschaftlich auf den Zugriff aller Unterkünfte in Kappeln und Gelting angewiesen, wenn sie sich vom Tropf der Trägergemeinden lösen will. D. h. Abwerbung von Mitgliedern bei den Vereinen. Die Vereine werden sich unentwegt bemühen müssen, ihre Mitglieder „bei der Stange“ zu halten, um die wirtschaftliche Grundlage zu erhalten. Diese rekrutiert sich im Wesentlichen aus dem Gastgeberverzeichnis  mit seiner großen Werbeplattform. Beide Seiten werden bei ihrem Kampf um Mitglieder Energie und Geld verschwenden. Wie dramatisch sich die Konkurrenzsituation darstellt, wird deutlich durch aktuelle Zahlen. Die OFS bewirbt in ihrem Katalog z. Z. nur ca. 50 Anbieter, während allein der TK Kappeln in seinem Gastgeberverzeichnis fast 300 Anbieter darstellt. Der OFS steht jedoch die „Mühle“ zur Verfügung, der TK Verein Kappeln darf diese jedoch nicht mitnutzen. Da stellt sich natürlich auch die Frage der Gleichbehandlung.

In der Ausschusssitzung war wiederholt der schöne Hinweis zu hören: “ … Die Tür zwischen OFS und TK ist noch einen Spalt offen …“ Wo bleibt da der Blick für die Realität? Der TK Kappeln rüstet sich organisatorisch und technisch in Partnerschaft mit dem TK Gelting mit großem finanziellen Aufwand auf. Das macht man nicht, wenn eine Kurzzeitphase überbrückt werden soll. Die Vereine (Gelting hat sogar die Marketingmittel der OFS wieder abgenommen!) konstituieren sich mit großer Schlagkraft im zentralen Buchungsbreich in unseren nahen Region Schlei und Ostsee. Die große Zahl ihrer Mitglieder lässt erwarten, dass es der OFS nicht oder nur sehr eingeschränkt – und dann über einen langen Zeitraum -  gelingen wird, hier einzubrechen. Das wiederum wird das Geschäftsfeld der OFS erheblich schwächen (was mit einem saloppen Achselzucken abgetan wurde).

Leider kam der Blick in die Zukunft der Touristik in der Ausschusssitzung zu kurz, obwohl dies ausdrücklich angedacht war. Die Mehrheitsvertreter aus CDU und SPD verstiegen sich immer wieder in rückwärts gewandte Bewertungen und Schuldzuweisungen zu Lasten des TK Kappeln. So sollten wohl die gegen den Verein wirkenden politischen Entscheidungen über die Neuorganisation des Kappelner Tourismus gerechtfertigt werden. „Alte Hüte (Argumente?)“ wurden bemüht, um den Verein mit seinen über 300 Mitgliedern als Sündenbock für den derzeitigen Zustand hinzustellen. Der Verein allerdings hat sich offenbar der Realität gestellt und deutlich gemacht, dass er in Gemeinsamkeit mit seinen Mitgliedern eine ausreichende Stärke hat, ein leistungsfähiges Buchungssystem für die In Kappeln und naher Umgebung vorhandenen Urlauberunterkünfte anzubieten. Rätselhaft blieb allerdings, wie es der OFS gelingen wird, eine störungsfreie Zusammenarbeit in der Gästebetreuung „vor Ort“ zu organisieren. Hier kommt es auf das Good will und das selbstlose, ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder an! Am Ende der ernüchternden Veranstaltung geriet ein SHZ Zitat eines Kappelner OFS-Aufsichtsratsmitgliedes in Erinnerung: „Ich tue nichts, was der OFS schadet, aber auch nichts, was dem Verein nützt“. Kappelns Tourismuswirtschaft steht vor einer zermürbenden Zerreißprobe. Der Rausschmiss aus der OFS war unbedacht, schlecht kalkuliert und schließt fast 300 Vermieterinnen und Vermieter von den Serviceleistungen einer Touristinformation aus, deren Betrieb mit 180.000 €/Jahr von der Stadt Kappeln gesponsert wird. Am Ende wird es nur Verlierer geben:

-    Die OFS vermarktet den Tourismus der Stadt Kappeln, hat aber nur Zugriff auf ca. 50 Unterkunftsanbieter in der Stadt;
-    Der Touristikverein verwaltet ca. 300 Vermieterinnen und Vermieter, verfügt aber nicht über ein zentrales Informationszentrum in Kappeln;
-    offensive Abwerbeinititativen durch die OFS belasten die Gastgeber;
-    Spannungen beeinträchtigen den Gästebetreuungsbereich;
-    es gibt keine Schnittstellen mehr;
-    die derzeitige Mehrheitspolitik verhindert jede Annäherung mit dem Ziel, den Verein auszuhungern;
-    Gäste und Vermieter werden irregeleitet und verunsichert;
-    die tragenden Kontingente werden nicht ausgeschöpft;
-    die Stadtpolitik verhindert zum eigenen wirtschaftlichen Schaden die Ausschöpfung aller verfügbarer Instrumente der lokalen Buchungsmöglichkeiten;
-    sie riskiert eine langfristige Vakanz mit der Gefahr der ständigen Verkrustung.

Die Politik hätte eine gute Chance gehabt, positiven Einfluss auf die im Augenblick zementierte Situation zu nehmen. Die vergab sie jedoch durch die Weigerung, dass das Gastgeberverzeichnis des TK Kappeln im Informationszentrum „Mühle“ ausgelegt wird. Da springt die OFS auch zu kurz, wenn sie sich dieser Weigerung anschließt. Die Bereitschaft hätte ein Signal sein können, dass die Tür für eine spätere Zusammenarbeit tatsächlich und nicht nur „politisch daher gesagt“ einen Spalt geöffnet ist. Der jetzige Status schadet den wirtschaftlichen Interessen unserer armen und auf den Fremdenverkehr angewiesenen Stadt! Aber noch ist im Vorfeld der Saison 2012 Zeit für Einsicht.

Kappeln, 10. 11. 11
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