Aktuelles
Weidefelder Strand
Der Weidefelder Strand nach der Beseitigung der Sandfangmole
Auf unseren Internetseiten haben wir zum Ausruck gebracht, dass wir die Entwicklung des Weidefelder Strandes nach der Beseitigung der Sandfangmole bei Port Olpenitz im Auge behalten werden. Leider hatten Vertreter des zuständigen Landesamtes auf unserer Informationsveranstaltung am 8. 5. 11 nicht teilgenommen und im ürigen auf unsere Einlassungen nicht reagiert.
Die Situation des Strandes hat jetzt nach der eröffneten Insolvenz der Port Olpenitz GmbH eine besondere Qualität erhalten. Fragen der Haftung und Rechtsnachfolge (Auflagenerfüllung) sowie des Handels bei Gefahr im Verzuge stellen sich. Wenn wir auch bisher in diesem Winter von einem Oststurm verschont geblieben sind, ist nicht auszuschließen, dass dieses Ereignis immer eintreten kann. Dann wären insbesondere die Dünenlandschaft an der Hafenmole von Port Olpenitz und der vorgelagerte Strand akut gefährdet. Hier soll die vom Landesamt festgelegte sog. Reaktionslinie im Herbst bereits erreicht gewesen sein, während aktuelle Beobachtungen ein weiteres Zurückweichen der Strandlinie anzeigen. Deshalb auch unsere Forderung nach Veröffentlichung der amtlichen Messergebnisse.
Die jetzige Ausgangslage hat uns veranlasst, den nachstehenden Brief an das Landesamt für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz zu senden. Wir werden über die Antworten auf unsere Fragen berichten.
Landesbetrieb 6. Januar 2012
für Küstenschutz, Nationalpark
und Meeresschutz
Herzog-Adolf-Straße 1
25813 Husum
Südliche Sandfangmole Port Olpenitz, Weidefelder Strand, Kappeln
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Schreiben vom 8. 5. 11 hatten wir Sie über Inhalt und Ergebnisse einer Informationsveranstaltung, die sich mit den Auswirkungen der Beseitigung der südlichen Sandfangmole am Hafen Olpenitz befasste, informiert. Vertreter Ihres Hauses waren eingeladen, hatten jedoch nicht teilgenommen. Eine Stellungnahme bzw. Antwort auf unsere Bewertungen vom 8. 5. erfolgte nicht. In unserem Schreiben stellten wir abschließend fest:
„Die genehmigte ersatzlose Beseitigung der Sandfangmole steht u. E, im Widerspruch zu den Festsetzungen des Bebauungsplanes Nr. 65 „Port Olpenitz“. Wir erwarten angemessene und wirksame Schritte zur Verhinderung weiterer Beschädigungen der Küstendüne und des Strandes sowie zur Wiederherstellung der Zustände vor der Beseitigung der Sandfangmole durch auflagengerechte Anordnung aus der erteilten Genehmigung bzw. deren Widerruf“.
Nach eigenen und mitgeteilten Beobachtungen hat sich die Uferlinie in den von Ihnen festgesetzten Reaktionsbereich (Reaktionslinie 2010 = 30 – 40 m) am betroffenen Küstenstreifen nach Mai 2011 weiter zu Lasten der Küstendüne und des Strandes verschoben, obwohl inzwischen kein Oststurm wie 2010 zu beklagen war.
Die jetzige Situation um das Großvorhaben „Port Olpenitz“ wirft in der besorgten Öffentlichkeit Fragen nach der Durchsetzbarkeit der Auflagen in Ihrer Genehmigung der Beseitigung der Strand und Ufer schützenden Sandfangmole auf. Gegen das Vermögen der Port Olpenitz GmbH ist das Insolvenzverfahren vor einigen Tagen eröffnet worden. Alles rechtliche Handeln für die Gesellschaft liegt jetzt wohl in den Händen des Insolvenzverwalters. Wir gehen davon aus, dass die Beseitigungsgenehmigung weiterhin Bestand hat und mit den Auflagen vollinhaltlich gegen Rechtsnachfolger wirksam bleibt. Trotzdem stellt sich die Frage, wie Ihre Behörde bei Fortschreiten der Küstendünen- und Strandbeschädigungen die Auflagen (bis hin zum Bau einer Ersatzmole) durchsetzen will und kann. Sind Ihnen jetzt die Hände und ggf. wie lange gebunden? Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass weitere Oststürme auftreten und die Durchsetzung von Schutz- und Regulierungsmaßnahmen (u. a. bei Gefahr im Verzuge) notwendig werden, bitten wir um Antworten auf diese Fragen und die Darstellung der Rechtsfolgen. Darüber hinaus bitten wir um die Bekanntgabe Ihrer Mess- und Beobachtungsergebnisse für die Reaktionslinie am Weidefelder Strand, da hierfür ein unstreitiges öffentliches Interesse gegeben ist und schutzwürdige Einzelinteressen nicht erkennbar sind.
Um die zahlreichen Anfragen und kritischen Standpunkte sachlich richtig bewerten und beantworten zu können, bitten wir um Ihre Stellungnahme.
Mit freundlichem Gruß
gez,
M. Arendt
Fraktionsvorsitzender
Den Grundlagenbericht über die Entwicklung des Strandes und Fotos finden Sie auf der Seite "Tagesordnung"