Archiv
Port Olpenitz

Vermutlich hat das alles mit Parteiploitik zu tun, was der bisherigen Gemeinsamkeit (nicht der Kritiklosigkeit) in der Perspektivbetrachtung des Projektes schaden wird. Wir wissen jetzt aus der Presse, dass Bürgermeister-Stellvertreter Rainer Moll (SPD) in seiner Amtseigenschaft an der Realisierung des Vorhabens Port Olpenitz zweifelt. Andere Zweifler, die sicher in großer Zahl vorhanden sind, sich aber im Sinne der "Sache" diszipliniert zurückgehalten haben, werden jetzt auf den Plan gerufen.
Port Olpenitz sieht nicht nur aus den im Avis geschilderten Umständen schweren Zeiten entgegen, sondern wird sich ab heute auch zusätzlich mit den Zweifeln und Kritiken auseinandersetzen müssen. Wenn Investor Jaska Harm andeutet, dass sich der Fortgang der Erschließung und Bebauung verlangsamen wird und er auch zufrieden mit weniger als 7.000 Gästebetten und nur einem Hotel wäre, müssen bei den städtischen Verantwortlichen die Alarmglocken läuten. Dann werden Bebauungsplan und städtebauliche Verträge auf ihre Inhalte zu überprüfen sein und politische Entscheidungen vorbereitet werden müssen.Es wäre nicht hinnehmbar, wenn die vertraglich auf Ende 2015 festgelegte Fertigstellung der Erschließungsanlagen und die Inhalte des Bebauungsplanes bis auf den "St.-Nimmerleinstag" verschoben würden. Der rechtsverbindliche B-Plan und die städtebaulichen Verträge müssen den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden, wenn die Volumina und Ausführungsfristen sich -aus welchen Gründen auch immer - verändern, und das überhaupt noch möglich und sinnvoll ist. Das sollte auch im Interesse des Investors liegen.
Es wird interessant zu beobachten, ob die öffentlichen Erklärungen des stellvertrenden Bürgermeisters ein Zeichen erster "Absetzbewegungen" nach vorheriger ungebremster und verhältnismäßig unkritischer Unterstützung des Investors bedeuten. Die LWG sieht sich in ihrer Bewertung der widersprüchlichen Entwicklung von Port Olpenitz bestätigt und wird sich künftig nicht mehr in dem Maße mit Kritik wie in der Vergangenheit aus Gründen der Solidarität zurückhalten. Der Investor ist aufgefordert, seinen Vertragspartner, die Stadt Kappeln, unverzüglich über den Entwicklungslauf des Projektes und seine Realisierungschancen ins Bild zu setzen. Der Bürgervorsteher wurde mehrfach aufgefordert, die Öffentlichkeit zu unterrichten. Diese Aufforderung wird heute energisch erneuert.
Kaappeln, 12. 7. 11