Berichte / Kommentare

 

Warum Wählergemeinschaft? Bürgernähe und Transparenz durch unmittelbare Bürgerbeteiligung machen Kommunalpolitik wieder erlebbar - und vermitteln Lust zum Mitmachen.

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Wohin mit dem Strom?

Die Flut der Kommentare und Meinungsäußerungen zeigt : Die Energiepolitik ist überhaupt nicht vorbereitet auf den Energiewandel. Eine volkswirtschaftlich unsinnige Förderung regenerativer Energien -wieso öffentliche Förderung eines boomenden Wirtschaftszweiges? - fehlende Planungen und mangelhafte Informationen der Bevölkerung - darum doch die z. T. inhaltlich absurden Protestmärsche  gegen den Netzausbau - belegen Hilflosigkeit und mangelnden Überblick der Regierenden. Es ist schon ökonomische Dummheit, dass die Verbraucher rund 20 Mio. EURO für Strom bezahlen, der überhaupt nicht in ein Netz eingespeist wird. Und dann noch die Erwartung, dass bei dem jetzigen Ausbautempo weitere Vergütungen zu Lasten der Steuerzahler und Verbraucher bis zu 300 Mio. EURO jährlich zu erwarten sind! Wenn dann noch die föderalen Schwierigkeiten und Disharmonien erkannt werden müssen, läßt sich an den Fingern abzählen, wohin und wann die Reise geht. Wie auf vielen Feldern nationaler und globaler Politik werden auch auf diesem Feld die Grenzen des Föderalismus aufgezeigt. Wir dürfen gespannt sein, wie der CDU-Kandidat de Jager, der zumindest erkannt hat, dass der Netzbausbau die Achillesferse Energiewirtschaft ist, vorankommt in seiner Überzeugungsarbeit. Wie schreibt Stepahn Richter am 7. 2. 12 in der SHZ: "Ohne Netz und doppelten Bodern". Ohne Netz? Ja, aber "ohne doppelten Boden"?  Nein; denn der Ausbau der Wind-, Biogas- und Solarenergie hat durchaus doppelten Boden durch beträchtliche Gewinne und Zuschüsse (Vergütungen) obendrauf!

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CDU/CSU-Klientelpolitik?

Da kommen Erinnerungen an die unsägliche Subventionspolitik der FDP zu Gunsten der Hotellerie hoch. Hat also auch die Mehrheitsfraktion der Regierung nichts dazu gelernt? Die Gemeinde der Wassersportler konnte bisher mehr oder weniger gut mit der Führerscheinpflicht über 5 PS Motorleistung leben. Lehrgänge und Prüfungen sind kontinuierlich den modernen Anforderungen (Sicherheit, Verkehrsrecht, Navigation) angepasst worden. Weiss Herr Ramsauer (CSU) nicht, wo die Experten sitzen? Diese sind u. a. beim Deutschen Seglerverband anzutreffen. Wenn dort der Hinweis erfolgt, dass gerade bei einer Motorisierung bis zu 15 PS sehr viele Zwischenfälle zu verzeichnen sind, dann darf das nicht ungehört bleiben. Hier akzeptiert in beeindruckender Verantwortung der Lobbyverband gegen sein Klientel wirkende Beschränkungen. Die Motorenindustrie und der Handel  waren aber doch wohl stärker. Interessant dürfte die Meinung der Wasserschutzpolizei und der DGzRS sein. Werden wir um die Häfen herum künftig "rasende" Kinder in "fliegenden Schlauchbooten" erleben und ertragen müssen? Das riecht nach einer typischen "Schreibtischentscheidung".

Kappeln, 7. 2. 12

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Schleswig-Holstein und Hamburg am 18. 1. 12



Die Überschrift ist falsch, sie müsste vielmehr lauten:
Schleswig-Holstein streitet sich nicht um die -von der Strecke- weltgrößte Ruderregatta der Welt. Seit vielen Jahren wird die internationale EON-Achter-Ruderregatte auf dem Nord-Ostsee-Kanal ausgetragen. Jetzt muss sich unser kleines Bundesland gegen "Hamburger Piraterie" erwehren. Schade, dass für die Regatta (noch) kein Urheberrecht gilt. Dem Bürgermeister Scholz scheint in Fragen der Hamburger Außendarstellung (Metropole!) des Stadtstaates Hamburg nicht viel einzufallen, seinen hochbezahlten Experten ebenfalls nicht. Erst die Windmesse in Husum und jetzt die Ruderregatta - beides absolute Alleinstellungsmerkmale in SH - da müssen wir befürchten, dass demnächst auch die Landeskleintierschau abgekupfert wird.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Scholz, dieses Verhalten hat nur wenig mit der viel gepriesenen "hanseatischen Seriosität" gemein. Oder müssen wir diese Qualität doch nur geschichtlich sehen?
Kappeln, 12. 1. 12
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O. a. Artikel und Kommentar sind wieder nach vorne gerückt, da neue Meldungen (19.1.12) geeignet sein könnten, einen anderen Eindruck zu erwecken. Eins nach dem anderen:

Das hört sich toll an! Aber zu bedenken ist, wo Bürgermeister Scholz (SPD) diesen Wunsch geäußert hat. Es war auf dem (Neu-)jahresempfang der IHK Lübeck, also auf "Feindesland", wo es angebracht schien, versöhnliche Töne anzuschlagen. Dafür hat er guten Grund. Der erbärmliche und eitle Hamburger Kampf um die weltgrößte Windenergiemesse in Husum und zuletzt gar die eifersüchtigen Bemühungen um die EON-Ruderregatta (s. o.), nicht zu vergessen die unendlichen Streitigkeiten wegen der Gastschulgelder, sind wenig geeignet, die Worte des Hamburger Bürgermeisters Scholz Ernst zu nehmen. Der folgende Kommentar von W. Buhmann in der SHZ passt:
Dazu Anmerkungen: EINSICHT? SCHMUSEKURS? Da müssen die Schleswig-Holsteiner wohl aufpassen, diesem Süßholzraspeln nicht auf den Leim zu gehen. Scholz muss seinen Worten erst Taten folgen lassen und nicht nur nehmen, sondern auch geben wollen. Und wenn der Kommentator im letzten Satz von dem späten Sieg der Vernunft spricht, vergisst er die Aktualität. Scholz sprach von Absichten, nicht von Taten! Zunehmend entsteht der Eindruck, dass Hamburg zu Lasten der Nachbarländer nur Eigeninteressen verfolgt (s. o.). In den Gedanken über einen entwicklungsfähigen Nordstaat waren schon bessere Fortschritte als heute zu erkennen. Und für uns im Norden Schleswig-Holsteins muss Rücksicht darauf genommen werden, dass die künftige feste Fehmarn-Beltquerung Wirtschafts- und Verkehrsströme zu großen Teilen nur noch  über den Süden des Landes lenken wird. Scholz aber richtet offensichtlich seinen Blick verstärkt nach Mecklenburg-Vorpommern. Wie das wohl beim Jahresempfang der IHK Flensburg gesehen wird? Wenn die Lösung letztlich in einer "Nord-Allianz" bzw. einem "Nordstaat" gesehen wird, dann bitte nur unter der Prämisse der ausgewogenen Chancengleichheit und gerechten Verteilung aller Ressourcen. Dazu bedarf es prägnanter staatsmännischer Qualitäten auf allen Seiten.
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Wie lange sollen wir das noch ertragen?
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Heutiger Stand, am 22. 1. 2012: (ohne Kommentar)
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Biogasdiskussion - und kein Ende!

Futtermais-Monokulturen, unzureichende Straßen und Wegequalitäten, Mais-Importe, Verringerung der Bodenqualität - das  sind einige Kritikpunkte im Zusammenhang mit der Biogasindustrie. Um die Energiewende erfolgreich umzusetzen, bedürfen wir sicherlich aller anderen alternativen Formen. Aber doch nicht um jeden Preis! Es ist kein Ruhmesblatt für den Kreis Schleswig-Flensburg, Standort der meister Biogasanlagen im Lande zu sein. Oben lesen wir von nachgewiesenen Gewässerverunreinigungen, und jetzt laufen die Behörden wieder hinter einem Problem her. Konnte das nicht in den Genehmigungsverfahren erkannt werden, zumal lt. Aussage der Behörden "Maximalanforderungen" erfüllt sein müssen? Aber immerhin: Der Sprecher des Bauernverbandes tröstet die Allgemeinheit mit dem Hinweis, "dass doch bei der Mehrzahl der landesweit 400 Biogasanlagen "im Großen und Ganzen" alles in Ordnung ist". Die Mehrzahl bedeutet mindestens nur 201 Anlagen, Herr Dahmke, und nur "im Großen und Ganzen!"

Ähnlich wie bei der bei uns absolut uneffektiven Solarenergie wird der Bogen der geförderten Biogasindustrialisierung weit überspannt, insbesondere in unserem Landkreis. Irgendwann werden wir wieder hören, dass die Aufsichtsbehörden dem Arbeitsumfang der Kontrolltätigkeit nicht nachkommen können. Und das nur, weil die Landwirtschaftslobby wieder schneller war als die behördliche Wissenschaft.
Kappeln, 12. 1. 12
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Die Arroganz der Mehrheitspolitik

Tourismussituation in Kappeln

„Haben wir die Mehrheit,, so haben wir Recht“ – und – „bist Du in der Minderheit, hast Du Dich zu beugen“. Diesen Eindruck vermitteln die Diskussionen und Entscheidungen in Sachen „Tourismus in Kappeln“. Da stellen CDU und SPD so lange Anträge und verbünden sich, bis der gebeutelte Touristikverein Kappeln den Boden unter den Füßen völlig verliert.  Man fährt die Krallen aus und beißt die ungeliebte „Konkurrenz“ weg. Hat das noch mit dem „ehren“amtlichen Auftrag zu tun, dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen? Die Antwort auf diese Frage gaben zahlreiche Vermieterinnen und Vermieter gegenüber dem  Hauptausschuss am 21. 11. 11, die ihren Unmut über die Ausgrenzung des traditionsreichen Kappelner Touristikvereines äußerten. Angesichts der ohnehin völlig verfahrenen Situation forderten sie nicht mehr und nicht weniger, als  dass das gemeinsame Gastgeberverzeichnis der Touristikvereine Kappeln und Gelting in der Touristzentrale Mühle ausgelegt wird, wohlgemerkt: nur ausgelegt. (Kappeln und Gelting sind Gesellschafter der OFS!). Nur so würden alle verfügbaren Unterkünfte der Stadt und näheren Umgebung angeboten werden können. Das Kontingent der OFS wäre völlig unzureichend.  Die Vermieterinnen und Vermieter forderten für sich das Recht ein, sich frei entscheiden zu können, mit wem sie ihre Vermarktung organisieren. Es läge nicht in der Befugnis der öffentlich-rechtlich handelnden Stadt, ihnen den Willen der OFS aufzudrücken.

Auf die Kritik und Forderungen der Vermieterinnen und Vermieter reagierte der Hauptausschussvorsitzende Horst Trauzettel nach dem obligatorischen Abspulen der hinreichend bekannten Schuldzuweisungen mit dem Hinweis, die Entscheidung sei bereits im Wirtschaftsausschuss  gefallen. „Mit diesem politischen Beschluss müssen Sie leben“, so seine Worte. Dabei vergaß er allerdings zu erwähnen, dass  dem Wirtschaftsausschuss der gemeinsame Antrag von CDU und SPD auf Änderung des Vertrages mit der OFS noch gar nicht vorlag. Und er vergaß zu erwähnen, dass die den Touristikverein ausgrenzenden Beschlüsse nur mit den Stimmen der CDU und SPD gefasst wurden. LWG, SSW und Grüne wiesen im Hauptausschuss auf die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in Kappeln hin und forderten, die Entscheidung der Vereinsmitglieder zu respektieren. Eine Entscheidung über den CDU/SPD-Antrag solle zurückgestellt,  und  die Kooperationsgespräche sollten fortgeführt werden. Die Politik solle über ihren Schatten springen und in der Übergangszeit alle Vermarktungsmöglichkeiten ausschöpfen. Vergeblich! Die Mehrheit aus CDU und SPD beschloss ihren Antrag auf Änderung des Dienstleistungsvertrages mit der OFS. Damit wurde endgültig bestimmt, dass der Touristikverein Kappeln für seine Mitglieder die ca. 300 Unterkünfte aus dem städtischen Tourismuszentrum Mühle heraus dauerhaft nicht vermarkten darf. Diese Entscheidung schadet der touristischen Wirtschaft der Stadt Kappeln!

Am Rande bemerkt:

Als auf die Forderung der Vermieterinnen und Vermieter, „die Stadt solle sich für die Vermieter und Bürger einsetzen“ auch Ausschussmitglieder Beifall bekundeten befand der Hauptausschussvorsitzende Horst Trauzettel, „das wäre ein starkes Stück“. Das war es in der Tat! Es wäre angemessen gewesen, wenn er in den Beifall eingestimmt hätte; denn wem anderen als der Einwohnerschaft ist die Politik verpflichtet? Bezeichnend aber ist auch seine Abqualifizierung eines Bürgers in der Fragestunde, der kritisch Hintergründe der touristischen Situation erfragte. Er warf diesem „provokative“ Fragestellung und „mangelndes Demokratieverständnis“ vor. Dass dann auch noch ein CDU-Ausschussmitglied die Geschäftsordnung heranzog mit der fragwürdigen Absicht, die Einwohnerfragestunde „abzuwürgen“, spricht für sich und die Art und Weise, wie Mehrheitspolitik durchgesetzt wird. Alle fragenden Einwohnerinnen und Einwohner hatten ihre Fragen diszipliniert, gut formuliert und gut vorbereitet eingebracht. Respekt und Anerkennung auf breiter Enebene wären angebracht gewesen.

Kappeln, 24. 11. 11

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